Die 24 Stunden von Dubai kratzen bereits am Klassiker-Status: Der Wüstenmarathon wurde 2006 von der niederländischen Motorsport-Organisation Creventic in Zusammenarbeit mit dem niederländischen Nationalrennteam DNRT ins Leben gerufen und hat sich seither einen Namen unter den 24-Stunden-Rennen gemacht. Beim jährlichen Langstrecken-Rennen, das als der Saisonauftakt für die 24h-Series fungiert, treten Touren- sowie GT-Sportwagen an.

Anstatt wie bei anderen 24-Stunden-Rennen, wie den legendären 24 Stunden von Le Mans, wird die Starterliste nicht aus vorher eingeladenen Teams zusammengestellt. Teilnehmer müssen sich selbst anmelden, um beim Marathonrennen in den Vereinigten Arabischen Emiraten mitzumachen. In der Regel gehen zwischen 50 und 100 Autos verschiedener Klassen bei den 24 Stunden von Dubai an den Start. Seit 2025 agiert Michelin als Reifenlieferant.
Um für einen Wettbewerb auf Augenhöhe zu sorgen, wird das BoP-System (Balance of Performance) angewandt. Der erste Lauf wurde von bekannten Namen des deutschen und österreichischen Motorsports gewonnen: Dieter Quester, Hans-Joachim Stuck, Philipp Peter und Toto Wolff holten sich in einem BMW M3 den ersten 24h-Sieg in Dubai.
Seit seiner Einführung wird das 24-Stunden-Rennen auf dem Dubai Autodrome, etwa 20 Minuten außerhalb des Stadtzentrums der Millionenmetropole, ausgetragen. Die FIA-homologierte Rennstrecke aus der Feder von Clive Bowen und Apex Circuit Design wurde 2004 nach zwei Jahren Bauarbeiten eröffnet. Es war das erste Projekt des britischen Architektur-Büros, das auch für das Miami International Autodrome verantwortlich ist. Der Kurs am Persischen Golf war die erste Rennstrecke mit asphaltierten Auslaufzonen.
Das Layout des Dubai Autodrome

Das Dubai Autodrome ist 5,390 Kilometer lang und wird im Uhrzeigersinn befahren. Der Wüstenkurs mit acht Rechts- und acht Linkskurven ist eine Mischung aus langsamen Kehren sowie flüssigen Highspeed-Passagen. Es können mehrere Konfigurationen mit verschiedenen Varianten des Infields befahren werden. Die 24h Series verwendet den vollen Kurs ohne Infield, auch Grand-Prix-Strecke genannt.
Angefangen wird die Runde auf der 950 Meter langen Start-Ziel-Geraden. Hier erreichen die Piloten ihre Höchstgeschwindigkeit, bevor sie bei der 100-Meter-Marke auf die Bremse steigen. Kurve eins ist ein mittelschneller Rechtshänder. Für Kurve zwei wird nicht gebremst, die Fahrer bauen bei einer leichten Steigung wieder Geschwindigkeit auf. Danach folgt eine flüssige Passage von Kurve drei bis fünf, in denen nicht gebremst aber vom Gas gegangen wird. Schon im Ausgang von Kurve fünf muss aber aufs Bremspedal gestiegen werden. Kurven sechs und sieben sind ein langer Rechtshänder und das Ende von Sektor eins.

Es folgt ein unmerkbarer Linksknick und die leicht überhöhte, langsame Kurve neun. Hier müssen die Fahrer ein gutes Spiel zwischen Bremse und Gas finden. In der zuerst Bergauf- und dann Bergab-Kehre spielt Traktion eine wichtige Rolle. Für eine gute Rundenzeit muss hier optimal hinausbeschleunigt werden, denn es folgt die längste Gerade der Strecke.
Einen vollen Kilometer geht es geradeaus, bevor für Kurve zehn stark verzögert werden muss. Die Haarnadel ist einer der langsamsten Stellen der Strecke. In Kurve 11, einer Linkskehre, gehen die Piloten wieder vom Gas. Auf dem kurzen Gerade-Stück bringen sich die Piloten in Position für die langsame Kurve 12. Hier geht es über einen Hügel und dann mit Vollgas voraus, für den Linksbogen 13 muss nicht verzögert werden.

Kurve 14 ist eine besondere Herausforderung auf dem Dubai Autodrome: ein enger 180-Grad-Seitenwechsel, bergauf und überhöht. Hier den Scheitelpunkt zu treffen ist eine Kunst. Für Kurve 15 müssen die Piloten nur leicht vom Gas steigen, bevor es über die langgezogene Rechtskehre 16 wieder auf die Start-Ziel-Gerade geht.

