Der Fuji International Speedway wurde 1966 eröffnet. Damals galt sie als eine der schnellsten, aber auch gefährlichsten Rennstrecken der Welt. Besonders die abfallende Steilkurve, in die sich Fahrer mit bis zu 350 km/h hineinfallen lassen mussten, kostete über die Jahre viele Leben. Die Strecke wurde daraufhin mehrmals umgebaut. Die letzten Umbauarbeiten wurden vom bekannten, deutschen Streckenbauer Hermann Tilke unternommen, der aufgrund der landschaftlichen Gegebenheiten in der bergigen Gegend in seiner Gestaltungsfreiheit eingeschränkt war.

Langstreckenrennen auf dem Fuji International Speedway in Oyama haben lange Tradition. Das erste 1.000-Kilometer-Rennen wurde bereits 1967 veranstaltet. Ab 1977 war die jährliche Veranstaltung Teil der Fuji Long Distance Serie, später wurde sie auch im Rahmen der Sportwagen-Weltmeisterschaft durchgeführt. Nach dem Aus im Jahr 1992 gab einige Versuche, das Rennen wiederzubeleben, doch es blieb bei nur zwei Einzelveranstaltungen.
Erst als 2012 die erste offizielle FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft veranstaltet wurde, kam das Langstrecken-Format zurück an den Fuße des berühmten Mount Fuji. Diesmal aber nicht mit Renndistanz-Begrenzung, sondern mit Renndauer. Die 6 Stunden von Fuji sind ein Traditionsrennen im WEC-Kalender, nur zweimal mussten sie wegen der COVID-19-Pandemie ausfallen.
Das Layout des Fuji International Circuit

Heute misst der Fuji International Circuit 4,563 Kilometer, hat sechs Links- und zehn Rechtskurven und wird im Uhrzeigersinn befahren. Auf der Strecke am Fuße des Mount Fuji findet sich die längste Gerade des WEC-Kalenders wieder: Die Start-Ziel-Gerade ist fast 1,5 Kilometer lang. Der Kurs ist in zwei völlig unterschiedliche Seiten aufgeteilt. Der erste Teil ist sehr schnell und hat fließende Kurven, der zweite ist eher eng und beansprucht die Reifen. Mit einem Höhenunterschied von 36 Metern ist eines klar: Langweilig wird es den Fahrern in Fuji nicht.
Eine Runde auf dem Fuji International Speedway beginnt mit einer langen Anfahrt auf Kurve eins, ein langsamer Rechtshänder. Danach wird wieder aufs Gas gestiegen, die nächsten Kurven können teils mit Vollgas durchfahren werden. In der 100R, einem langen Linksbogen, müssen die Piloten nur nur leicht vom Gas gehen. Es ist wichtig, hier die richtige Linie zu wählen, denn Kurve sechs schließt direkt an Kurve vier und fünf an. Aus der Haarnadel möchte man möglichst gut herauskommen, denn es folgt ein Vollgasstück. Kurve sieben, acht und neun – auch 300R genannt – sind in einem Hypercar kaum spürbar und wird mit Vollgas durchfahren.

Danach beginnt der technische Teil des Fuji International Speedway. Die Schikane zehn und elf, auch Dunlop oder Double Corner genannt, bremsen die Hypercars ein. Den Hügel hinauffahrend bleibt nicht viel Zeit für Vollgas, denn es folgt der langgezogene Rechtshänder 13 und der Linkshänder 14, dessen Scheitelpunkt schwer zu treffen ist. Hier sind die Kurven etwas überhöht, was das gute Treffen des Scheitelpunkts noch kniffliger macht. Eine weitere langgezogene, überhöhte Rechtskehre führt wieder auf die 1,5 Kilometer lange Start-Ziel-Gerade, auf der die Piloten bei der Fahrt über die Ziellinie ihre Höchstgeschwindigkeit erreichen.

