Formel 1 Reglement - Alle F1 Regeln und Änderungen zur aktuellen Saison

Das aktuelle Formel 1 Reglement erklärt: alle Regeln und Änderungen rund um Strafen, Motoren, Technik, Reifen, Sicherheit und mehr. Alle Informationen über das Sportliche Formel-1-Reglement und das Technische F1-Reglement.

Chassis & Bodywork

2026 gibt es viele aerodynamische Veränderungen. Die Breite der Autos schrumpft von 200 cm auf 190 cm, der Radstand wird von 3,6 m auf 3,4 m verkürzt. Die Unterböden sind schmäler und flacher, die Venturi-Kanäle werden kleiner. Der Diffusor ist dafür länger und größer. Das soll den Ground-Effekt verringern. Die Flügel haben 2026 statt vier nur drei Elemente und werden um 20 cm kürzer. Am Heck wird der Beam-Wing entfernt. Die Frontflügel-Profile werden schmäler, dafür kommen zwei aerodynamische Teile an den Außenseiten der Endplatten hinzu.

Die vorderen Endplatten schließen nun mit der Innenseite des Reifens ab, nicht mehr mit der Außenseite. Die Luft wird dadurch nicht mehr außen vorbeigeleitet, sondern zwischen Reifen und Auto. Die kleinen Bögen über den Reifen werden entfernt, jetzt fangen Barge Boards hinter den Vorderrädern die aufgewirbelte Luft auf. Dadurch soll weniger Dirty Air generiert werden. Auch die Dimensionen der Bremsen wurden geringfügig an die höheren Topspeeds und geringeren Kurvengeschwindigkeiten angepasst.

Aerodynamik

Ein großes Anliegen der FIA für 2026 war die Verbesserung des Racings und die Verringerung des Luftwiderstands. Dafür setzt sie auf aktive Aerodynamik. Zwei der drei Elemente an Front- und Heckflügel sind verstellbar und können entsprechend des Streckenabschnitts adjustiert werden. In Kurven wird die Standard-Stellung mit steilen Flügeln für möglichst viel Abtrieb genutzt ("Corner-Mode"). Auf vordefinierten Geraden können Fahrer die Flügel flach stellen ("Straight-Line Mode"), um einen möglichst hohen Topspeed zu generieren. Jeder Fahrer darf beide Modi über den gesamten Rennverlauf einsetzen.

Mindestgewicht

Mit der Regelrevolution 2026 werden die Autos wieder deutlich leichter, nachdem sie in den Jahren zuvor schwerer wurden. Das Mindestgewicht wird von 800 Kilogramm auf 724 kg plus Reifengewicht verringert. Das bedeutet eine geschätzte Gewichtsverminderung von insgesamt 30 kg. Wird der Hitze-Index von 31,0 °C überschritten, erhöht sich das Mindestgewicht um fünf Kilogramm, um den zusätzlichen Ballast des Kühlsystems zu berücksichtigen. Das Mindestgewicht für den Fahrer bleibt bei 82 Kilogramm.

Power Units

Die Power Unit ist die größte Veränderung im Formel-1-Jahr 2026. Der Verbrennungsmotor bleibt ein 1,6-Liter-V6-Turbo-Hybridmotor mit 90-Grad-Zylinderbankwinkel und einem Bohrdurchmesser von 80 mm. Doch das Kräfteverhältnis zwischen Verbrenner- und Elektro-Antrieb verschiebt sich auf fast 50/50. Die Leistung der MGU-K wird von 120 Kilowatt (163 PS) auf 350 kW (476 PS) verdreifacht, der Verbrenner trägt weiter 400 kW Leistung bei.

2026 fällt die MGU-H weg, damit bleibt nur noch ein Turbolader. Der maximale Ladedruck wird auf 4,8 bar beschränkt. Hierfür gab es früher keine Grenze, da das mit der MGU-H nicht nötig war. Das Verdichtungsverhältnis ändert sich von 18:1 auf 16:1. Der Benzinfluss wird ebenfalls verringert. Bisher war er auf 10.500 Umdrehung limitiert, maximiert auf 100 kg/h. Die Umdrehungen bleiben gleich, aber der Wert ändert sich. Ab jetzt wird von einem Energiedurchfluss gesprochen, der auf maximal 3.000 Megajoule pro Stunde festgelegt ist. Das sind ungefähr 25 Prozent weniger Benzindurchfluss. Es wurden auch viele kleine Details angepasst, beispielsweise sind Drucksensoren in Zylindern künftig verboten.

Batterie

Durch die Elektrifizierung des Motors gibt es ebenfalls Anpassungen bei der Batterie. Die Batterie speichert weiterhin maximal vier Megajoule, ab 2026 darf jedoch beim Bremsen mehr Energie rekuperiert werden als zuvor. Bislang waren das vier MJ, jetzt steigt dieser Wert auf in der Regel 8,5 MJ. Auf kürzeren Strecken oder Strecken ohne harte Bremspunkte kann dieser Wert geringer sein. Die genauen Richtlinien muss die FIA mindestens vier Wochen vor dem jeweiligen Rennen bekanntgeben. Der Minimalwert für das Qualifying bzw. das Sprint-Qualifying ist fünf MJ.

Weiterhin ist das Rekuperieren nur auf der Hinterachse erlaubt. Die Batterie darf nur maximal mit 100 kW vom Verbrenner-Motor geladen werden. Es ist nicht erlaubt, direkt von Vollgas auf volles Rekuperieren zu wechseln, da dies ein Unfallsrisiko darstellt. Das Herunterfahren der Leistung ist in Stufen erlaubt. In der Regel darf die Leistung um 100 kW pro Sekunde verringert werden. Auf Strecken, die besonders leistungsintensiv sind (z. B. Baku, Monza, Las Vegas), ist das aus Sicherheitsgründen auf 50 kW beschränkt.

Overtake-Mode und Boost

Die volle elektrische Leistung von 350 kW darf maximal bis 290 km/h abgerufen werden, danach flacht die Kurve linear ab. Ist ein Fahrer jedoch im Zeitfenster von einer Sekunde hinter seinem Vordermann, darf die volle Energie bis 327,5 km/h abgerufen werden, die Kurve flacht auch erst später ab. Zusätzlich darf in dieser Zeit ein halbes Megajoule mehr rekuperiert werden. Das nennt sich ab 2026 "Overtake-Mode".

Die Fahrer haben die Möglichkeit, für Angriffs- und Verteidigungsmanöver die Batterie leerzuziehen. Das heißt 2026 "Boost" und kann von jedem Fahrer benutzt werden, solange er genügend Energie hat.

Benzin- & Öltank

Die Menge des Benzins, die sich außerhalb des Monocoques befinden darf, ist auf 0,25 Liter begrenzt. Damit soll den Teams erschwert werden, die Reglementierung beim Benzindurchfluss zu umgehen. Ab 2026 setzt die Formel 1 auf 100 Prozent nachhaltigen Treibstoff. Das Benzin besteht künftig aus CO2-Abscheidungen, kommunalen Abfällen und nicht zum Verzehr geeigneter Biomasse und ist damit CO2-neutral. Die Klopffestigkeit beträgt maximal 102 Oktan.

Kupplung

Das Mapping und das Design der Kupplung bleiben unverändert. Sie sind so designt, dass der Fahrer beim Start eine große Rolle einnimmt.

Reifen

Seit 2022 fährt die Formel 1 mit 18-Zoll-Reifen. 2026 gibt es fünf Trockenreifen-Mischungen (C1-C5) und zwei Regenreifen-Mischungen (Intermediate & Full-Wet). Die erst 2025 eingeführte weichste Mischung, C6, wird bereits nach einem Jahr wieder aus dem Sortiment genommen. Die Dimensionen der Reifen verändern sich mit der Formel-1-Saison 2026. Die 18-Zoll-Felgen bleiben, die Reifen werden aber um acht Prozent schmäler. Auf der Vorderachse verringert sich die Reifenbreite von 305 mm auf 275 mm, auf der Hinterachse von 405 mm auf 375 mm. Damit wird pro Reifen 300 g bzw. 500 g Gewicht eingespart.

Für jedes Wochenende stellt Pirelli neben den Regenreifen drei verschiedene Trockenreifen-Mischungen zur Verfügung. Der C1 ist die härteste Reifenmischung und der C5 die weichste. Vom weichsten ausgewählten Reifen (rot markiert) bekommen die Teams an einem Grand-Prix-Wochenende pro Fahrer acht Reifensätze, vom mittleren Reifen (gelb markiert) drei Reifensätze und vom harten Reifen (weiß markiert) zwei Reifensätze. An Sprint-Wochenenden bekommen die Teams pro Fahrer einen Reifensatz der mittleren Reifen mehr, dafür zwei Reifensätze der weichsten Reifen weniger.

Sicherheit

Die Sicherheitsanforderungen werden 2026 weiter nach oben geschraubt. Nachdem der Überrollbügel bereits 2024 verbessert wurde, hält er jetzt noch einmal 23 Prozent mehr Last aus als zuvor. Im Vergleich mit 2022 ist das eine Verbesserung von 45 Prozent. Die Autos haben nun auch Side-Intrusion-Panels hinter dem Fahrer beim Tank, um einen besseren Schutz des Fahrers bei Unfällen zu gewährleisten.

Es gab auch Nachbesserungen bei der Front-Impact-Struktur. Die als Crash-Box gedachte Nase flog bei Unfällen bisher als Ganzes ab, ohne viel Energie zu absorbieren. Deshalb ist die Struktur nun in zwei Teile aufgeteilt, damit das zweite Teil mehr vom Aufprall abfängt. Außerdem müssen Formel-1-Boliden ab 2026 Warnlichter an ihren Seitenspiegeln haben, um mehr Sichtbarkeit bei schlechter Sicht zu schaffen.

Testfahrten

Testfahrten werden zentral von der Formel 1 organisiert. In der Saison 2026 dürfen die Teams aufgrund der großen Reglementänderung mehr testen als in den Jahren zuvor. Der erste Test findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit Ende Januar auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya statt. Von fünf zur Verfügung stehenden Testtagen darf sich jedes Team drei aussuchen. Die zweiten und dritten Wintertests sind öffentlich und finden Mitte Februar auf dem Bahrain International Circuit für jeweils drei Tage statt. Ab 2027 ist wieder nur ein dreitägiger Test vorhergesehen.

Neben den Testfahrten dürfen die Teams noch zwei Filmtage pro Jahr durchführen. Bei Filmtagen dürfen maximal 200 Kilometer absolviert werden und es kommen spezielle Show-Reifen zum Einsatz.

CFD

Die CFD-Kapazitäten wurden seit 2021 stärker eingeschränkt. Je nach Platzierung in der Konstrukteurs-WM erhalten die Teams verschieden große CFD-Kontingente. Je weiter oben das Team in der Tabelle steht, desto weniger CFD-Simulationen dürfen zur Weiterentwicklung benutzt werden. Pro Testperiode beträgt die Grundzahl 2.000 3D-Berechnungen mit einer insgesamten Rechenleistung von 6 MAUh (Mega Allocation Unit Hours). 2026 bleibt das Kontingent gleich. Der Konstrukteursweltemeister darf 70 Prozent der Ausgangszahl an 3D-Berechnungen durchführen, der Zehnte in der Konstrukteurs-WM 115 Prozent.

Listed Parts

Die sogenannten Listed Parts sind Teile, die ein Formel-1-Team selbst herstellen muss, damit es als eigenständiger Konstrukteur gilt. Diese Teile wurden 2020 um die Bremsbelüftungen erweitert, 2026 kamen keine neuen Teile dazu.

Strafen

Für die Einlegung eines Right of Reviews (Recht auf Neubeurteilung) und eines Protests nach einer vergebenen Strafe müssen Teams ab 2026 20.000 Euro statt 2.000 Euro als Kaution hinterlegen. Sollte sich die Strafe als berechtigt herausstellen, geht das Geld in den Besitz der FIA über.

Strafversetzungen

Die Fahrer können für Vergehen in Trainings, Qualifyings und Rennen mit Rückversetzungen in der Startaufstellung bestraft werden. Auch der Tausch von Motorenkomponenten zieht Strafen nach sich, wenn die im Reglement festgelegte Anzahl der Teile überschritten wird. 2026 beinhalten die erlaubten Motorenkomponenten Folgendes: drei Verbrennungsmotoren, drei Turbolader, drei Abgassets, zwei Batterien, zwei elektronische Steuereinheiten, zwei MGU-Ks und je fünf Stück der PU-Komponenten.

Qualifying

Das Qualifying-Format passt sich an das wachsende Fomel-1-Feld an. Von den 22 Fahren scheiden nun jeweils sechs im ersten und zweiten Qualifying-Segment aus. Im Vorjahr waren es noch fünf. Im Q3 bzw. SQ3 kämpfen wie gewohnt die besten Zehn um die Pole Position.

Sprint-Qualifying

2026 wurde bei den Regel-Eigenheiten des Sprint-Qualifyings nachgeschärft. Früher wurde die Reifen-Limitierung (Medium in SQ1 und SQ2, Soft in SQ3) bei einer nassen SQ-Session aufgehoben und Teams durften bei auftrocknenden Bedingungen weiche Reifen aufziehen. Das ist ab 2026 nicht mehr erlaubt. Außerdem kann ab 2026 das erste Freie Training an einem Sprint-Wochenende verlängert werden, sollte es von einer roten Flagge unterbrochen werden.

Safety-Car

Bis 2025 musste der erste Fahrer hinter dem Safety-Car unter allen Umständen einen maximalen Abstand von zehn Fahrzeuglängen einhalten. Ab 2026 kann dieser Abstand bei schlechter Sicht von der Rennleitung auf zwanzig Fahrzeuglängen erhöht werden.

Restarts

Bei Safety-Car-Restarts ist die Strecke so lange unter Gelb, bis die Piloten die Ziellinie erreicht haben. Überholmanöver ab der Safety-Car-Linie sind somit nicht erlaubt. Das Überholverbot endet erst ab der Ziellinie.

Zielflagge

Nach einem Jahr wurde eine Regeländerung aus dem Jahr 2019 wieder rückgängig gemacht: Die geschwenkte Zielflagge beendet ab 2020 wieder offiziell ein Rennen. 2019 hatte die Zielflagge nur einen symbolischen Wert. Ein LED-Signal war das Zeichen für das Rennende.

Sperrstunde

Die Sperrstunde an den Rennwochenenden bleibt. Mechaniker und andere Teammitglieder, die ein Fahrzeug betreuen, müssen neun Stunden ruhen. Jedes Team darf diese Regel zweimal pro Saison brechen.

Superlizenz

Nachwuchsfahrer hatten früher lediglich in anderen Meisterschaften die Möglichkeit, Punkte für ihre Superlizenz zu erhalten. Seit 2020 können auch Einsätze in den Freien Trainings am Freitag dazu genutzt werden. Fährt ein Fahrer im Training mindestens 100 Kilometer und handelt sich dabei keinen Strafpunkt für ein Vergehen ein, erhält er einen Superlizenzpunkt. Innerhalb von drei Jahren kann ein sich Fahrer auf diesem Weg maximal zehn Punkte verdienen. Ab 2026 bekommen alle Top-10-Fahrer eines IndyCar-Rennens Punkte für ihre Superlizenz, anstatt lediglich die Top-3.

Zeitplan

Grand-Prix-Wochenende
Freitag
13:30 - 14:30 Uhr: 1. Freies Training
17:00 - 18:00 Uhr: 2. Freies Training

Samstag
12:30 - 13:30 Uhr: 3. Freies Training
16:00 - 17:00 Uhr: Qualifikation

Sonntag
15:00 Uhr: Rennen

Sprint-Wochenende
Freitag
12:30 - 13:30 Uhr: 1. Freies Training
16:30 - 17:15 Uhr: Sprint-Qualifying

Samstag
12:00 - 13:00 Uhr: Sprint
16:00 - 17:00 Uhr: Qualifikation

Sonntag
15:00 Uhr: Rennen

Punkteschlüssel

1. Platz: 25 WM-Punkte
2. Platz: 18 WM-Punkte
3. Platz: 15 WM-Punkte
4. Platz: 12 WM-Punkte
5. Platz: 10 WM-Punkte
6. Platz: 8 WM-Punkte
7. Platz: 6 WM-Punkte
8. Platz: 4 WM-Punkte
9. Platz: 2 WM-Punkte
10. Platz: 1 WM-Punkt

Ausführliche Informationen

Das komplette, offizielle sportliche und technische Reglement der FIA Formel-1-Weltmeisterschaft finden Sie auf der Internetseite der FIA: FIA Formel 1 Reglement